DIE KARTEN DER ANDEREN Erstausstrahlung März 2009

BÜCHER

Die Macht der Karten. Eine Geschichte der Kartographie vom Mittelalter bis heute
von Ute Schneider
Primus Verlag, Darmstadt
2006

Wir gehen tagtäglich mit Karten um – dabei nehmen wir die sachliche Richtigkeit der Karten als gegeben. Karten sind jedoch kein objektives, wertefreies Abbild der Welt, sondern immer auch Ausdruck eines bestimmten Weltbilds. Den unmittelbaren Zusammenhang von Weltsichten und ihrer kartographischen Repräsentation veranschaulichen mittelalterliche Karten auf eindrückliche Weise. Sie organisieren die Welt nicht nach uns vertrauten topographischen, sondern nach heilsgeschichtlichen Kriterien. In Klöstern gezeichnet, illustrieren sie die biblische Geschichte der Menschheit mit ihren relevanten Orten. Sie dienten kaum der Orientierung im geographischen als vielmehr im heilsgeschichtlichen Raum. Verschiedenste Repräsentationen der Welt in Gestalt von Karten und Globen sind der eindrucksvolle Ausgangspunkt dieses Buches, an den sich eine Reihe von Fragen anschließen: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Wandel von Karten im Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit und Veränderungen im Wissen über die Welt? Wie kommt es von den heilsgeschichtlichen Mappae mundi des Mittelalters zu den topographischen Karten der Neuzeit? Wie entsteht die uns vertraute Form der Repräsentation der Welt auf Karten? (Quelle: Verlag)

Johann Blaeus - Atlas Maior
von Peter van der Krogt
Taschen Verlag, Köln
2005

In den Jahren 1662-1665 brachte der Amsterdamer Verleger Joan Blaeu, einer der führenden holländischen Kartografen seinen Atlas Maior heraus. Ursprünglich auf Latein erschienen, umfasste der Atlas 594 Karten in 11 Bänden, die die gesamte, damals bekannte Welt des Barock zeigten und war das umfangreichste und teuerste Buch, das im 17. Jahrhundert veröffentlicht wurde. Das kartografische Meisterwerk blieb über hundert Jahre der verbindliche Weltatlas und zählt heute zu den gesuchtesten und wertvollsten antiquarischen Raritäten. TASCHENs bibliophilem Nachdruck dieses kostbaren kartografischen Werkes dient das kolorierte und mit Gold gehöhte Exemplar der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Das Vorwort von Peter van der Krogt erläutert historische und kulturelle Zusammenhänge und führt den Leser in die faszinierende Welt der frühneuzeitlichen Kartografie ein. (Quelle: Verlag)

Das Buch der Karten - Meilensteine der Kartographie aus drei Jahrtausenden
von Peter Barber (Hg.), aus dem Englischen von Birgit Lamerz-Beckschäfer
Primus Verlag, Darmstadt
2006

Anhand zahlreicher bedeutender Karten und Globen bietet der Band einen Überblick über Formen und Entwicklung der Kartographie von den ersten Zeugnissen um 1500 v. Chr. bis zu Satellitenbildern aus dem Jahr 2005. Jede Karte ist ausführlich erläutert – einerseits wird das Besondere der jeweiligen Karte beschrieben, andererseits wird sie in den historischen Kontext eingebettet. Daran schließen sich die unterschiedlichsten Fragen an: Welche Traditionen beeinflussen die Karte? Welchen Entwicklungsstand zeigt sie im Konzert anderer Karten der Zeit? Wer sind die "Kartenmacher" und welche Zwecke verfolgen sie? In der Gesamtschau entsteht so eine außergewöhnliche Geschichte der Kartographie, die bemerkenswerten Einzelbeispiele schärfen den Blick für Entwicklungen wie z. B. den formalen und funktionalen Wandel von Karten im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. An ihnen lässt sich auch ablesen, wie sich das Wissen über die Welt verändert. (Quelle: Verlag)

Kartographie in Stichworten
von Herbert Wilhelmy, Armin Hüttermann, Peter Schröder
Borntraeger, Stuttgart
2002

Kartographie in Stichworten gibt einen sehr klaren Überblick über alle relevanten Themen der Kartographie. Das Buch ist gegliedert in drei Gebiete: 1. Kartenprojektionen 2. Karteninhalt / Kartenwerke 3. Thematische Kartographie. Der Text ist logisch, umfassend, verständlich und überschaubar konzipiert. Anschaulichkeit erreicht das Buch durch treffende und leicht nachvollziehbare Illustrierung. (Quelle: buch.archinform.net)

Von Aachen bis Zypern - Geografische Namen und ihre Herkunft Anekdoten, Fakten und Vergleiche Mehr als 3.500 Namen aus aller Welt
von Hugo Kastner
Humboldt, Hannover

Täglich gehen wir mit geografischen Begriffen um: Ortsnamen, Länder, Flüsse, Inseln. Aber woher kommen diese Namen und was bedeuten sie? In diesem umfassenden Buch werden in einem Lexikonteil mehr als 3.500 Kontinente und Ozeane, alle Staaten der Erde und ihre Hauptstädte, die deutschen und österreichischen Bundesländer, alle Schweizer Kantone, amerikanische Städte über 500.000 Einwohner, Flüsse, Meere, Berge, Kaps, Inseln, Halbinseln, Regionen, Provinzen, Wüsten usw. erläutert. Dazu viele historisch bedeutsame Stätten und frühere Namen für Länder und Städte. Alle Stichworte sind in kleine Anekdoten, Geschichten und Randnotizen eingekleidet. (Quelle: humboldt.de)

Atlas der wahren Namen
Von Stephan Hormes
Kalimedia, Lübeck
2008

[Im Atlas der Wahren Namen] werden die wichtigsten Ortsnamen auf ihren ursprünglichen Sinn zurückgeführt. Statt Blackpool steht da also "Schwarzenpfuhl", das ist noch nicht sehr spannend. Aber wer "Dreifaltigkeit und Tabak" liest für Trinidad und Tobago, der taucht schon ein wenig in die Geschichte ein. Wir entdecken unverhofft poetische Namen (Alabama etwa heißt "Wir bleiben hier" in der Sprache der Choctaw-Indianer) und entwaffnend doofe (Manila auf Filipino: "Hier gibt es Wurzelbäume"). Manchmal bewahren Ortsbezeichnungen auch die Erinnerung an frühe Kulturschocks. Yucatán etwa ist eine Verballhornung des Satzes Yuk ak katan – Ich verstehe euch nicht. Das soll ein Maya erwidert haben, als die Spanier von ihm wissen wollten, wie diese Gegend heiße. (Quelle: zeit.de)

Atlas - Kosmographische Gedanken über die Erschaffung der Welt und ihre kartographische Gestalt
Von Gerhard Mercator übersetzt und kommentiert von Wilhelm Krücken
Wolfahrt, Duisburg
1994

Im Jahre 1530 wurde der gottesfürchtige und tiefgläubige Christ Gerhard Mercator in seinen Grundüberzeugungen erschüttert. Er entdeckte, dass die philosophische Lehre der Schule von Löwen und die theologischen Überzeugungen der Lehre des Mittelalters in ihrem Weltbild nicht mehr übereinstimmten. Der erfolgreiche Karten- und Globenmacher entwickelte daraufhin eine eigene philosophisch-religiöse Selbstständigkeit, die ihm jedoch Zeit seines Lebens Kummer bereitete.

Die "Kosmographischen Gedanken" von 1595 stellen die Ansichten Mercator über die Beschaffenheit der Welt dar. Dabei nimmt er den Standpunkt des "Schöpfungsoptimismus", der ein zentraler Begriff für den ganzen Text ist. Das Verstehen, nicht die Wissenschaft ist das Ziel des Buches.

Mercators Atlas-Werk von 1595 besteht aus zwei selbstständigen Teilen. Der erste Teil ist das Vorwort (zum Kartenteil, dem zweiten Teil) und enthält Gerhard Mercators kosmographische Gedanken über die Erschaffung der Welt.

Zum ersten Mal liegt mit dem Band der "Edition Mercator" das komplette Vorwort in Übersetzung und ausführlicher Kommentierung durch Wilhelm Krücken vor - eine Fundgrube für jeden Leser, der Mercators Weltbild kennenlernen will. (Quelle: Verlag)