INSTABILE STAATEN IN DER SAHELZONE Erstausstrahlung Dezember 2011

BÜCHER

Islamismus und terroristische Gewalt
von Reinhard Möller (Hg.)
Ergon Verlag, Würzburg
2004

Bali und Beslan, Madrid und Moskau, Nairobi und New York. Der Terror, der sich auf den Islam beruft, ist längst global und die große Herausforderung für die kommenden Generationen. Im Bann der „Ikone“ von Bin Ladin haben sich radikale Islamisten aus den Kernländern des Islam und aus dessen Randgebieten zu einem neuen Dschihad gegen den Westen zusammengefunden. Sie berufen sich auf den Islam, sie diskreditieren ihn aber auch. Denn die schweigende Mehrheit der Muslime fühlt sich von ihrem archaischen Terror ebenso bedroht wie der Westen. Eine Anleitung für den Dritten Weltkrieg wäre daher, im Kampf gegen den Terror die Trennlinie zwischen dem Westen und dem Islam zu ziehen. Das würde allein die gemäßigten Muslime in die Arme der Extremisten treiben. Zugleich würde der Westen damit die These der radikalen Islamisten bestätigen, die für sich beanspruchen, für den ganzen Islam zu sprechen. Sinnvoller ist es daher, die Trennlinie im Kampf gegen den Terror innerhalb des Islam zu ziehen: zwischen den Gemäßigten und den Extremisten. Wer den islamistischen Terror wirksam bekämpfen will, muß zunächst die Ursachen seiner Entstehung verstehen. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Al-Qaida: Texte des Terrors
von Gilles Kepel und Jean-Pierre Milelli (Hrsg.) aus dem Französischen von Bertold Galli, Enrico Heinemann, Ursel Schäfer und Thorsten Schmidt
Piper, München und Zürich
2006

Der westliche "Krieg gegen den Terror" ist zum Scheitern verurteilt – auch weil niemand weiß, was Al-Qaida will. Dieses Buch legt das Gedankensystem des Terrors offen und zeigt die immensen Veränderungen, vor denen wir stehen. Ein Team von Wissenschaftlern um Gilles Kepel, einem der renommiertesten Forscher weltweit auf diesem Gebiet, hat ein einzigartiges Unterfangen gestartet. Sie lassen die vier wichtigsten Protagonisten des islamistischen Terrors in ihren zentralen Texten selber sprechen, kommentieren sie und beschreiben den historischen, religiösen und politischen Zusammenhang. Hier wird zum ersten Mal Al-Qaida für eine breite Öffentlichkeit von innen heraus erklärt; wer wissen will, was "die Regel" (so eine Bedeutung des arabischen Wortes Al-Qaida) antreibt und wie sie den Kampf gegen uns im Westen ebenso wie den Kampf "im Herzen des Islam" gewinnen will, muss dieses Buch lesen. (Quelle: Verlag)

Der nahe und der ferne Feind - Die Netzwerke des islamistischen Terrorismus
von Guido Steinberg
C. H. Beck, München
2005

Guido Steinberg entwickelt eine neue Perspektive auf den islamistischen Terrorismus: regionale, bürgerkriegsähnliche Konflikte werden exportiert und in einen Kampf gegen die USA und den Westen überführt. Die Ideologie der militanten Islamisten und ihre Aktivitäten in ihren Herkunftsländern wie vor allem Saudi-Arabien, Jemen, Ägypten und Algerien stehen hier im Mittelpunkt. Darüber hinaus ist es das erste Buch, in dem die terroristische Karriere des Jordaniers Abu Musab az-Zarqawi – mittlerweile neben Usama Bin Laden der weltweit meistgesuchte Terrorist – beschrieben wird.

Guido Steinberg, Islamwissenschaftler und Terrorismusexperte im Bundeskanzleramt, liefert hier einen umfassenden Überblick über die Netzwerke islamistischer Terroristen und formuliert eine provokante These: Die Terroristen führen aus ihren Heimatländern exportierte Bürgerkriege auf globaler Ebene weiter. Denn Usama Bin Laden möchte weiterhin die Herrscherfamilie in seinem Heimatland Saudi-Arabien stürzen, Abu Musab az-Zarqawi will Jordanien und Palästina „befreien“. Darüber hinaus führen sie zwar auch einen „Heiligen Krieg“ gegen die USA und den Westen, doch sind ihre diesbezüglichen Vorstellungen weitaus weniger konkret als ihr Hass gegen die Herrscher in Riad und Amman. Zögen sich die USA aus der Region zurück, so glauben sie, und stellte Washington seine Unterstützung für die „korrupten Regime“ der Region ein, wäre der Weg frei, die Macht in der arabischen Welt zu übernehmen. (Quelle: Verlag)

 

Sahelländer Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik
von Thomas Krings
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt
2006

Die Sahelländer sind zusammen fast so groß wie die erweiterte EU. Trotzdem wissen wir nur wenig über diese vielfältige Region Afrikas. Thomas Krings bietet mit neuestem Datenmaterial einen gründlichen Einblick in die Entwicklungsprobleme und -möglichkeiten der Sahelländer. Mit aktuellen Bildern zeigt er aber auch den überwältigenden kulturellen Reichtum Westafrikas. (Quelle: Verlag)

Von Mohammed bis al-Qaida - Einblicke in die Welt des Islam
von Walter Dostal
Passagen, Wien
2008

Seit den Anschlägen auf das World Trade Center in New York beherrscht die Angst vor islamistischem Terror die westliche Welt – eine Angst, die die Grundlage tiefgreifender Einschnitte in die Demokratie ist. Auf der Grundlage langjähriger Feldforschungen in Arabien liefert Dostal eine fundierte und kritische Untersuchung des Islam. In einer Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse der Qureisch – jenes Stammverbands, dem der Prophet angehörte – erklärt er die folgenreiche Spaltung der frühislamischen Gesellschaft in Omajaden und Abbasiden und die Gründe für das Aufkommen der Schi´a. Anhand einer Rekonstruktion des Weltbilds der aktiven islamistischen Terroristen analysiert Dostal die Kriegserklärung an den nicht-muslimischen Westen. Dass es aber auch eine innerislamische Ablehnung des Terrors gibt, beweisen Qadi al-Hitars Bemühungen um eine Wiedereingliederung ehemaliger jemenitischer Qaída-Kämpfer. (Quelle: Verlag)

 

 

Politischer Islam in Westafrika - Eine Bestandsaufnahme
Michael Bröning, Holger Weiss (Hg.)
LIT, Berlin
2006

In der öffentlichen Debatte wird nur selten beachtet, dass „der“ Islam nicht nur den Nahen- und Mittleren-Osten, sondern auch Afrika südlich der Sahara entscheidend prägt. Insbesondere in Westafrika ist der Islam eine bedeutende gesellschaftliche Kraft - mit ganz eigenen Ausprägungen. Doch welche Rolle spielt der Politische Islam heute in Westafrika? Wer sind die relevanten Akteure und welche Bedeutung haben Formen des „radikalen“ Islam?

Kel Tamashek - Die Tuareg
von Edgar Sommer
Cargo Verlag, Schwülper
2007

Edgar Sommer hat in „Kel Tamashek - Die Tuareg“, einem umfangreichen Bild-Textband vieles zusammengetragen, was die Tuareg ausmacht. Tuareg sind kein Volksstamm wie jeder andere, sie sind auch nicht so zu fotografieren wie jeder andere. Über einen Zeitraum von mehr als dreissig Jahren entstanden Bilder, die heute in dieser form nicht mehr zu wiederholen sind. Portraits, seltene Landschaftsbilder, atemberaubende Panoramen wechseln sich ab und entführen den Leser in die einzigartige asketische Welt der Tuareg. (Quelle: Verlag)

Land ohne Staat - Wirtschaft und Gesellschaft im Krieg am Beispiel Somalias
von Jutta Bakonyi
Campus, Frankfurt/Main
2011

1991, kurz nach Beginn des bis heute andauernden Krieges, brach in Somalia der Staat vollständig zusammen. Jutta Bakonyi zeigt, wie seitdem die Gesellschaft jenseits zentralstaatlicher Regulierung funktioniert, und welche Macht und Herrschaftsstrukturen sich herausgebildet haben. Die Untersuchung des Handels mit der Droge Khat, des Währungs- und Finanzmarkts sowie der internationalen Entwicklungshilfe verdeutlicht, welche Wirtschaftsstrukturen jenseits des Staates entstanden sind. (Quelle: Verlag)