KASACHSTAN – TIGERSTAAT ZENTRALASIENS?

Erstausstrahlung März 2008

Bücher

Zentralasien - 13. bis 20. Jahrhundert –Geschichte und Gesellschaft
von Bert Fragner und Andreas Kappeler (Hg.)
Promedia, Wien
2006

Die Revolution im Iran, die Kriege in Afghanistan, der Kollaps der Sowjetunion und die Entstehung fünf neuer Staaten sowie die damit verbundenen strategischen und ökonomischen Interessen der USA, Russlands und anderer Mächte haben Zentralasien in den letzten Jahrzehnten in den Blickpunkt des politischen Interesses gerückt. Gleichzeitig verbinden sich mit dem historischen Zentralasien Assoziationen über die Seidenstraße, blühende islamische Zentren wie Buchara und Samarkand und blutige Eroberer wie Dschingis Chan und Timur Lenk. Das 19. Jahrhundert war geprägt vom legendär gewordenen "Großen Spiel", dem Ringen Russlands um Landzugänge zum Indischen Ozean und Englands Bemühen, eben dies zu verhindern.

Der vorliegende Band will Informationen über den historischen Raum Zentralasien vermitteln, die zur Orientierung einer breiteren Öffentlichkeit in Geschichte und Gegenwart beitragen sollen. Dies erscheint auch deswegen als erwünscht, als es in deutscher Sprache nur wenige Überblicksdarstellungen gibt.

Die Herausgeber haben einen multiperspektivischen Zugang zum Thema gewählt. Zunächst muss der Begriff Zentralasien in Geschichte und Gegenwart diskutiert und abgegrenzt werden. In vormoderner Zeit hatte Zentralasien mehrfach zentrale weltgeschichtliche Positionen inne: so erfolgte die kulturelle und wirtschaftliche Vermittlung zwischen Vorder, Süd- und Ostasien über diesen Landstrich; von hier nahmen mehrere Völkerwanderungen ihren Ausgang; und das größte zusammenhängende Territorialreich, das jemals in der Geschichte existierte - das Reich der Mongolen unter den Nachfahren Dschingis Chans - wurde von Zentralasien aus regiert. Erst seit dem 18. Jahrhundert ist diese weitläufige Landschaft zwischen dem Kaspischen Meer, Tibet, China und der Mongolei allmählich in den Schatten der Weltgeschichte geraten, aus dem es jetzt wieder herauszutreten scheint. (Quelle: Verlag)

Zentralasien Geschichte Politik Wirtschaft
von Udo Steinbach (Hrsg.) und Marie-Carin von Gumppenberg
Beck, München
2005

In ausführlichen Länderporträts werden hier die Staaten Afghanistan, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und die Mongolei vorgestellt. Fundierte Kurzartikel konzentrieren sich auf die wichtigsten aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Zentralasien. Das Lexikon bleibt jedoch nicht auf die Gegenwart beschränkt. Zahlreiche Beiträge beziehen sich auf die Geschichte dieser Region, ihre Kultur, ihre Geographie und ihre Menschen. Weitere Darstellungen u.a. zu Religion, Philosophie und Literatur runden den Band ab. Jeder Artikel gibt dem Leser weiterführende Literatur an die Hand. Aktuelle Übersichts- und Detailkarten sowie Personen- und Sachindexe erschließen das komplexe Wissen um diese Region auf komfortable und übersichtliche Weise. (Quelle: Verlag)

Das Grab in der Steppe - Leben im GULAG: Die Geschichte eines sowjetischen Zwangslagers 1930-1959

Schöningh, Paderborn
2007

Die erste, bisher weltweit einzige aus den Quellen umfassend recherchierte Geschichte eines Lagerkomplexes des "Archipel GULAG". Die Geschichte des Lagers in der kasachischen Steppe um Karaganda (KARLag) spiegelt das gesamte sowjetische Zwangsarbeitssystem bis in die Details des alltäglichen Lebens und Leidens wider. Tausende von Akten des Lagerarchivs sowie die Erinnerungen zahlreicher überlebender Gefangener aus Deutschland, Kasachstan und Russland sind die Grundlage der Darstellung. (Quelle: schoeningh.de)

Kasachstan - Eine Reise durch das postkommunistische Zentralasien
von Laurence Deonna aus dem Französischen von Barbara Mantey-Panchaud
Edition Q, Berlin
2002

Die Republik Kasachstan - fünfmal so groß wie Deutschland, mit nur 17 Millionen Einwohnern, gelegen zwischen Kaspischem Meer im Westen und China im Osten, ein Land der Steppen, reich an Bodenschätzen - gehörte bis 1991 zur Sowjetunion. Welches Bild bietet sich heute hier in Zentralasien, zehn Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit? Die Schweizer Autorin Laurence Deonna zeichnet in ihrem Buch ein äußerst lebendiges Bild von der postsowjetischen Gegenwart zwischen dem austrocknenden Aral-See und der Hauptstadt Almaty (Alma-Ata). Wir lernen Landschaften und Städte voll alter Schönheit kennen und begegnen Menschen aller Schichten, vom "gewendeten" altkommunistischen Funktionär bis zum Geistlichen, vom neuen "Businessman" bis zum Volkssänger, von der engagierten Journalistin bis zur nomadisierenden Hirtenfamlie. In den Gesprächen geht es um den wirtschaftlichen Transformationsprozess, die dabei auftretenden enormen Schwierigkeiten, und immer wieder auch um die Frage von Islam und Islamismus - kein Wunder, denn nur wenige hundert Kilometer südlich von Kasachstan liegt jenseits der Nachbarrepubliken der Krisenherd Afghanistan. (Quelle: buch.de)

Der sterbende See
von Abdishamil Nurpeissow aus dem Russischen von Annelore Nitschke
J&D Dagyeli Verlag, Berlin
2006

Der Aralsee war mit einer Fläche von 66 000 Quadratkilometern einst der viertgrößte See der Erde. Größer waren nur der Victoriasee (Ostafrika, 69 000 Quadratkilometer) und der Obere See (Nordamerika, 82 000 Quadratkilometer). Als größter See der Erde gilt das Kaspische Meer (Westasien, 394 000 Quadratkilometer), weil es nicht mit den Weltmeeren verbunden ist. Für Russen, Kasachen und Usbeken ist der Aralsee ein Meer. Sie sprechen in ihrer Sprache bis heute vom Aralischen Meer. Der Präsident des kasachischen PEN-Clubs, Äbdischämil Nurpeissow, verarbeitete die Tragödie zu einem Roman. (Quelle: eurasischesmagazin.de)



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