MOSAMBIK – AUFSTIEG ZUR ENERGIEMACHT? Erstausstrahlung Januar 2017

BÜCHER

Mosambik – Schwarz, arm und ziemlich weit weg
Rolf Steinbuch
Schmetterling Verlag
2010

Der Autor spannt einen weiten Bogen über Geschichte, Kultur, Gesundheits- und Bildungssystem und aktuelle politische Entwicklungen eines Landes, das noch heute als eines der ärmsten der Erde gilt. Beginnend mit der „Entdeckung“ der Region durch Vasco da Gama, über die ausbeuterische, bis tief ins 20. Jahrhundert hinein reichende Diktatur der Portugiesen und den Freiheitskampf der marxistisch orientierten FRELIMO bis hin zum Friedensabkommen zwischen Regierung und Renamo-Rebellen im Jahre 1992 zeichnet er das Bild eines Landes, das mehr als andere Länder der so genannten Dritten Welt unter Korruption, Tribalismus und Aids zu leiden hat. So sind etwa 13 Prozent der Bevölkerung von HIV/Aids betroffen. Es gibt 78 Ethnien und über 20 verschiedene Sprachen. Die Amtssprache Portugiesisch beherrschen nur etwa zwanzig Prozent der Gesamtbevölkerung. Zudem leidet Mosambik aufgrund falscher Regulierung der Staudämme Kariba und Cahora Bassa unter Hochwasserproblemen, die wiederum die Ausbreitung der Cholera fördern. (Quelle: Verlag)

Michael Boyms Bericht aus Mosambik - 1644
Robert Wallisch
Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
2015

Die Monsunwinde hielten 1644 den polnischen Chinanmissionar Michal Piotr Boym für einige Monate im südostafrikanischen Mosambik zurück. Sein bisher unedierter Reisebericht über dieses Land der Kaffern ist nicht nur eine wichtige Quelle für die lokale Geschichte des frühneuzeitlichen Mosambik, sondern entfaltet seine Bedeutung vor allem in Byoms ungewöhnlicher Kritik am portugiesischen Kolonialismus, die der Jesuit Boym konsequent aus der Grunhaltung seines Ordens entwickelt hat. Die innereuropäischen Aspekte dieser Kolonialkritik Boyms liefern darüber hinaus auch ein wichtiges Zeugnis für einen Paradigmenwechsel im Abendland des späten sechzehnten und frühen siebzehnten Jahrhunderts, als die Überseereiche der iberischen Entdecker unter dem Druck nordwesteuropäischer Mächte einbrachen und die Führungsrolle des italo-iberischen, mediterranen Kulturraums ihr Ende fand. (Quelle: Verlag)

Die Nelkenrevolution in Portugal
Urte Sperling
PapyRossa
2016

Vor vierzig Jahren wurde die europäische Öffentlichkeit von der portugiesischen Nelkenrevolution überrascht. Revolutionäre Militärs hatten eine faschistische Diktatur gestürzt und schienen entschlossen, im Bündnis mit einer kämpferischen ArbeiterInnenbewegung in einem Land der NATO eine sozialistische Gesellschaft zu errichten. Inzwischen sind die „Herren von Portugal“, die damals entmachtet wurden, zurückgekehrt, die neue Elite ist fest mit der Eurobürokratie verbunden und setzte deren neoliberale Strategien um. Andererseits hat beim vorletzten Generalstreik ein Block von 100 Offizieren mitdemonstriert. Ebenso wird über die Ereignisse von 1974/75 noch immer gestritten. Offiziell handelte es sich um einen gelungenen Übergang zu einer parlamentarischen Demokratie und die erfolgreiche Abwehr einer „Linksdiktatur“. Was für eine Revolution war nun die Nelkenrevolution? Wer waren die wichtigsten Akteure und welche Rolle haben sie gespielt? Was hat sie erreicht? Was ist rückgängig gemacht worden? Was ist geblieben? (Quelle: Verlag)

Kleine Geschichte des Kolonialismus
Wolfgang Reinhard
Kröner Verlag
2008

Auch wenn es heutzutage nur noch wenige Kolonien gibt, so ist doch das Erbe des Kolonialismus allgegenwärtig; am deutlichsten wohl durch die weite Verbreitung der europäischen Sprachen und des Christentums. Aber auch an eines der schrecklichsten Kapitel des Kolonialismus, die durch ihn wieder aufgeblühte Sklaverei, wird man bei der Betrachtung der Bevölkerung vieler Staaten des amerikanischen Kontinents erinnert. Wolfgang Reinhard behandelt in seiner gut lesbaren, knappen Gesamtdarstellung nicht nur die Geschichte europäischer Kolonien in Übersee, sondern bezieht auch Kolonialimperien wie Russland oder die USA, Sekundärkolonialismus wie in Südafrika oder Australien und den nicht-westlichen, aber mit dem europäischen zusammenhängenden Kolonialismus Chinas, Japans und Ägyptens mit ein. (Quelle: Verlag)

Africa positive
Zeitschrift
Africa positive
Vierteljährlich

Das Magazin AFRICA POSITIVE erscheint seit mehr als 15 Jahren und ist eng mit dem Anliegen des gleichnamigen Vereins verknüpft. Wie der Verein beruht auch das Magazin auf afrikanisch-deutscher Zusammenarbeit und stellt einen Gegenpol zu der einseitigen überwiegend negativen Berichterstattung über afrikanische Länder dar: Die Mehrheit der Medien berichten hauptsächlich über Kriege, Flüchtlinge, Hunger, Armut und Krankheiten in Afrika. (Quelle: Verlag)

Geschichte Afrikas
Franz Ansprenger
C.H.Beck
2010

Afrika ist die Urheimat aller heute lebenden Menschen. Trotzdem gilt Afrika immer noch als ein Erdteil ohne Geschichte – und heute als eine politisch und wirtschaftlich hoffnungslose Weltgegend. Das Buch zeichnet die Geschichte Afrikas über fünf Jahrtausende: vom alten Ägypten bis in die Gegenwart. Es behandelt ganz Afrika vom Mittelmeer bis zum Kap der Guten Hoffnung. Es zeigt das Wechselspiel zwischen der Eigendynamik der Völker Afrikas, die sich in harten Klimazonen einrichten mussten, und ihrer Herausforderung aus Übersee: durch Christentum und Islam, Sklavenhandel, Kolonialherrschaft und den Kalten Krieg der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. (Quelle: Verlag)

Der Süden als Vorreiter der Globalisierung – Neue postkoloniale Perspektiven
Jean und John L. Comaroff, aus dem Englischen von Thomas Laugstien
Campus
2012

Der „Globale Süden“ bezeichnet die außereuropäischen, postkolonialen Gesellschaften. Sie werden meist mit prekärer Entwicklung, gescheiterten Staaten, Korruption und Armut assoziiert. Jean und John Comaroff widersprechen dieser Sicht vom rückständigen Süden. Mehr noch: Erst aus der Perspektive Afrikas, so ihre These, lässt sich die globalisierte Welt verstehen. Denn im Süden zeigt sich in vielerlei Hinsicht die Zukunft des Nordens, sei es im Verhältnis von Staat und Wirtschaft, im Umgang mit der Vergangenheit oder bei der Integration von Migranten. Um dies zu sehen, müssen wir uns von gewohnten Ansichten verabschieden. So verbinden wir die europäische Moderne mit Wissenschaft, Aufklärung und Demokratie – Kategorien, die sich nicht ohne Weiteres auf nicht-westliche Gesellschaften übertragen lassen. Mithilfe von anderen, globalen Konzepten aus dem Süden lassen sich Phänomene wie der Neoliberalismus, Religion, Arbeit oder Aids viel umfassender begreifen. (Quelle: Verlag)

Afrika-Lexikon – Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft
Wolfgang Gieler (Hrsg.)
Peter Lang
2010

Das Afrika-Lexikon bietet Hintergrundinformationen zur Geschichte und Gegenwart der unabhängigen afrikanischen Staatenwelt. Detaillierte Länderdarstellungen zeigen, welche Institutionen, Personen und Vorstellungen im Wechselspiel der Kräfte die Realität Afrikas prägen. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingte Prozesse. Den Hintergrund für das Verständnis der aktuellen Situation afrikanischer Staaten bieten die Geschichte des Kontinents von der vorkolonialen Zeit bis zur Unabhängigkeit, die Entwicklung der Nord-Süd-Beziehungen im 20. Jahrhundert und die Beschreibung der unterschiedlichen Strategien der beteiligten politischen und sozialen Kräfte. Ein Grundlagenwerk für alle, die sich mit Afrika beschäftigen. (Quelle: Verlag)