SÜDSUDAN – EIN NEUER STAAT IN AFRIKA (2/2)

Erstausstrahlung Mai 2012

Bücher

Sudan – Ansichten eines zerrissenen Landes
von Bernhard Streck
Peter Hammer Verlag, Wuppertal
2007

An der schrecklichen Gegenwart der Republik Sudan scheitern bislang alle westlichen Erklärungsmodelle: Ein enormer Schub an technischem Fortschritt auf der einen, staatlich verordnete Exzesse von Grausamkeit auf der anderen Seite. Diese offensichtlich ausweglose Lage hat der Autor zum Anlass genommen, sein in dreieinhalb Jahrzehnten gesammeltes Wissen über den Sudan neu zu ordnen. Die Ethnologie, die er in seinem Buch als perspektivische Hilfe bemüht, versucht, das Handeln und Denken der Menschen aus ihren eigenen Voraussetzungen und in ihren eigenen Begriffen zu verstehen. Diesen Einblicken stellt der Autor den geschichtlichen Rückblick und eine situationale Tiefenanalyse des Landes zur Seite. (Quelle: Verlag)

Sudan, der große Unbekannte am Nil – Biographie eines Landes
von Mohamed Fadlalla
Tectum, Marburg
2007

Der Sudan ist siebenmal so groß wie Deutschland und damit der größte Staat Afrikas und der zehntgrößte der Welt. Faktisch seit seiner Unabhängigkeit von England 1956 ist das alte Kulturland am Nil nicht aus den Negativ-Schlagzeilen verschwunden. Die widersprüchlichen Nachrichten aus dem islamisch-arabischen Norden und dem afrikanisch-christlichen Süden geben aber wenig Aufschluss über die tatsächliche Lage. Die Hungerkatastrophe in Darfur sowie der Kampf gegen den islamischen Terror und ums 1979 entdeckte Erdöl rücken den Sudan ins geopolitische Interesse der Weltmächte. Nach 25 Jahren Bürgerkrieg und wirtschaftlichem Stillstand tickt in dem paralysierten Riesen womöglich eine Zeitbombe, wenn die Weltgemeinschaft weiter tatenlos zusieht. (Quelle: Verlag)

Öl, Sudans Fluch und Segen – Strategien zur Konfliktlösung im Erdölförderland Sudan
von Ina Richter
Tectum, Marburg
2008

Erdöl ist das Schmiermittel der Weltwirtschaft. Je leichter es sprudelt, desto besser für die westliche Welt. Fragen nach Menschenrechten, Demokratie und fairem Handel stören die Geschäfte. Ist es mithin Zufall, dass Erdölquellen vor allem in Staaten mit weitgehend undemokratischen Strukturen sprudeln? Der Reichtum an Bodenschätzen könnte etablierte Unterdrückungsstrukturen festigen. Die Reaktion der Weltgemeinschaft darauf aber ist gespalten. Der Wille zu demokratischer Entwicklung kollidiert mit handfesten Interessen. Allein im Sudan lagern die drittgrößten Ölreserven des Subsaharischen Afrikas. Darüber freuen konnten die meist bitter armen Bewohner im größten Staat Afrikas sich lange nicht. Stattdessen tobte im Land einer der längsten Bürgerkriege Afrikas. Zeitgleich begann die kommerzielle Erdölförderung mitten im umkämpften Gebiet. (Quelle: Verlag)

Chinas strategische Partnerschaft mit dem Sudan – Eine Bedrohung des internationalen Systems?
von Barbara Farkas
Peter Lang, Frankfurt
2010

Bedingungslose Unterstützung des autoritären Regimes, Menschenrechtsverletzungen, illegaler Waffenhandel und Neokolonialismus sind die gängigen Vorwürfe in Bezug auf Chinas Öldiplomatie im Sudan. Untergräbt diese strategische Partnerschaft das internationale System? Gilt China bei internationalen Herausforderungen wie der Konfliktlösung im Sudan als verlässlicher Partner? Fördert China eine nachhaltige Entwicklung? (Quelle: Verlag)

Darfur – Der "uneindeutige" Genozid
von Gérard Prunier aus dem Englischen von Gennaro Ghiradelli
Hamburger Edition, Hamburg
2007

Im Mai 2004 signalisierte ein Friedensabkommen das Ende eines mehr als zwanzigjährigen Bürgerkriegs zwischen der islamischen Regierung des Sudan und der Guerillabewegung im Süden des Landes; zu diesem Zeitpunkt drohte bereits die sogenannte Darfur-Krise im Westen zum ersten Genozid des 21. Jahrhunderts zu werden. Gérard Prunier erläutert nicht nur die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte des Konflikts in Darfur, er verdeutlicht auch die Relevanz dieser Ereignisse für die Zukunft des afrikanischen Kontinents. Die Eskalation der mitunter in den Medien als „Stammesstreit“ charakterisierten Auseinandersetzung um knappe Ressourcen zwischen der sesshaften schwarzafrikanischen Bevölkerung Darfurs und den arabischstämmigen Nomaden hat vielschichtige Ursachen. Nicht nur Dürren und zunehmende Versteppung, auch die politische und wirtschaftliche Vernachlässigung der Region und insbesondere der Schwarzafrikaner durch die Zentralregierung in Khartum hatten die Lage verschärft. (Quelle: Verlag)

Krieg im Lande des Mahdi – Darfur und der Zerfall des Sudan
von Thilo Thielke
Magnus-Verlag, Essen
2006

Quer durch den Sudan verläuft die Bruchstelle zwischen dem arabischen Norden Afrikas und dem eigentlichen „Schwarzen“ Kontinent, zwischen dem islamischen Norden und dem „ungläubigen“ Rest. Und daran droht der größte Staat Afrikas zu zerbrechen. Doch die Religion und die kulturellen Unterschiede sind nur eine Erklärung für die immer wieder aufflammenden Unruhen in den südlichen Provinzen und in Darfur. Handfeste wirtschaftliche Interessen – gerade die umkämpften Regionen sind reich an Bodenschätzen – lähmen wieder einmal die Handlungsfähigkeit der Weltgemeinschaft. Und während in der UNO noch diskutiert wird, die Afrikanische Union ihre Unfähigkeit mit Geschäftigkeit zu überdecken sucht und die Regierung in Khartum jede Mitschuld abstreitet, sterben in den Flüchtlingslagern diejenigen, die dem Völkermord in ihrer Heimat entkommen konnten. (Quelle: Verlag)



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