TERRORISMUS – LOKAL ODER GLOBAL? Erstausstrahlung Juni 2008

BÜCHER

Die neuen Kriege
von Herfried Münkler
Rowohlt, Reinbek
2004

Das Zeitalter der zwischenstaatlichen Kriege geht offenbar zu Ende. Aber der Krieg ist keineswegs verschwunden, er hat nur seine Erscheinungsform verändert. In den neuen Kriegen spielen nicht mehr Staaten die Hauptrolle, sondern Warlords, Söldner und Terroristen. Die Gewalt richtet sich vor allem gegen die Zivilbevölkerung; Hochhäuser werden zu Schlachtfeldern, Fernsehbilder zu Waffen. Herfried Münkler macht die Folgen dieser Entwicklung deutlich. Er zeigt, wie mit dem Verschwinden von klassischen Schlachten und Frontlinien auch die Unterscheidung von Krieg und Frieden brüchig geworden ist.

Terrorismus
von Kai Hirschmann
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg
2003

Nordirland, Djerba, Bali, Kenia - immer häufiger werden Zivilisten Opfer von Anschlägen mit offen oder versteckt politischem Charakter. Regierungsstellen und Geheimdienste sind alarmiert. Die Abwehr terroristischer Angriffe auf Bürger und Infrastrukturen ist für moderne Demokratien die militärische Herausforderung schlechthin: Denn nicht eine feindliche Armee gilt es abzuwehren, sondern eine diffuse Macht, die sich nur schwer kontrollieren lässt. Wer also sind politisch und religiös motivierte Terroristen? Wie muss man sich ihre Organisation vorstellen und was sind ihre Motive? Welche Rolle spielen modernste Technik und der Einsatz der Medien und schließlich, welches politische Umfeld erleichtert ihr Vorgehen? Die kompakte Darstellung durch einen ausgewiesenen Fachmann auf dem Gebiet der Terrorismusforschung leistet Aufklärung im klassischen Sinne. (Quelle: Verlag)

Der Baader Meinhof Komplex
von Stefan Aust
Hoffmann & Campe, Hamburg
2008

Vollständig überarbeitet, aktualisiert, erstmals mit Fotos: das Standardwerk über die Geschichte der RAF.

Viele neue – oft frappante und mysteriöse – Fakten sind dank Stefan Austs Recherchen ans Tageslicht gekommen. Gab und gibt es ein Interesse staatlicher Instanzen, sie unter Verschluss zu halten? Brisanter denn je: die revidierte Ausgabe 2008, erweitert um über 200 Seiten voller überraschender Informationen aus bislang unzugänglichen Quellen. (Quelle: Verlag)

Terrorismus Eine kurze Einführung
von Charles Townshend aus dem Englischen von Ursula Blank-Sangmeister
Reclam, Ditzingen
2004

Charles Townshend, Professor für Internationale Geschichte, diskutiert in seinem Band aktuelle Fragen: Wie lässt sich Terrorismus definieren? Welche Strategien werden mit den verschiedenen Definitionen verfolgt? Wie lange schon gibt es Terrorismus? Was haben Nationalismus und Fundamentalismus mit dem Problem zu tun und wie können sich Demokratien gegenüber dem Terrorismus verhalten? (Quelle: Verlag)

Die Assassinen Zur Tradition des religiösen Mordes im radikalen Islam
von Bernard Lewis aus dem Englischen von Kurt J. Huch
Eichborn
2001

Das Wort assassin (assassino, asesino) hat sich in fast allen west- und südeuropäischen Sprachen als Bezeichnung für "Mörder", genauer: "beauftragter, heimtückischer Mörder" eingebürgert. Die wenigsten nur kennen die Herkunft dieses Wortes, wissen, daß es durch die Kreuzfahrer nach Europa kam, die durch das Wirken der "Assassinen" einst in Angst und Schrecken versetzt worden waren.

Die Assassinen: Speerspitze der islamischen Ismailitensekte, die sich im 8. Jahrhundert von den Schiiten trennte und ihnen seitdem den Rang als führende fundamentalistische Erneuerungsbewegung streitig machte. Die Ismailiten wollten den auf Gerechtigkeit, Frömmigkeit und totaler Hingabe des einzelnen gegründeten Gottesstaat – und sie wollten ihn sofort. Sunnitische wie schiitische Machteliten, die ihre Privilegien behalten wollten, waren ihnen dabei im Wege. Gegen sie richtete sich seit Ende des 11. Jahrhunderts der Terror der Assassinen. "Die Assassinen" ist ein ebenso faktenreiches wie leicht und spannend zu lesendes Buch. Obwohl ursprünglich ein Fachbeitrag zur islamischen Geschichte, ist es gerade heute aktuell: Indem es die Ursprünge einer einflussreichen Strömung des islamischen Fundamentalismus nachzeichnet, stellt es den modernen Terror, der in dessen Namen geschieht, in eine historische Perspektive. (Quelle: Verlag)

Islamismus und terroristische Gewalt
von Reinhard Möller (Hg.)
Ergon Verlag, Würzburg
2004

Bali und Beslan, Madrid und Moskau, Nairobi und New York. Der Terror, der sich auf den Islam beruft, ist längst global und die große Herausforderung für die kommenden Generationen. Im Bann der „Ikone“ von Bin Ladin haben sich radikale Islamisten aus den Kernländern des Islam und aus dessen Randgebieten zu einem neuen Dschihad gegen den Westen zusammengefunden. Sie berufen sich auf den Islam, sie diskreditieren ihn aber auch. Denn die schweigende Mehrheit der Muslime fühlt sich von ihrem archaischen Terror ebenso bedroht wie der Westen. Eine Anleitung für den Dritten Weltkrieg wäre daher, im Kampf gegen den Terror die Trennlinie zwischen dem Westen und dem Islam zu ziehen. Das würde allein die gemäßigten Muslime in die Arme der Extremisten treiben. Zugleich würde der Westen damit die These der radikalen Islamisten bestätigen, die für sich beanspruchen, für den ganzen Islam zu sprechen. Sinnvoller ist es daher, die Trennlinie im Kampf gegen den Terror innerhalb des Islam zu ziehen: zwischen den Gemäßigten und den Extremisten. Wer den islamistischen Terror wirksam bekämpfen will, muß zunächst die Ursachen seiner Entstehung verstehen. (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Al-Qaida: Texte des Terrors
von Gilles Kepel und Jean-Pierre Milelli (Hrsg.) aus dem Französischen von Bertold Galli, Enrico Heinemann, Ursel Schäfer und Thorsten Schmidt
Piper, München und Zürich
2006

Der westliche "Krieg gegen den Terror" ist zum Scheitern verurteilt – auch weil niemand weiß, was Al-Qaida will. Dieses Buch legt das Gedankensystem des Terrors offen und zeigt die immensen Veränderungen, vor denen wir stehen. Ein Team von Wissenschaftlern um Gilles Kepel, einem der renommiertesten Forscher weltweit auf diesem Gebiet, hat ein einzigartiges Unterfangen gestartet. Sie lassen die vier wichtigsten Protagonisten des islamistischen Terrors in ihren zentralen Texten selber sprechen, kommentieren sie und beschreiben den historischen, religiösen und politischen Zusammenhang. Hier wird zum ersten Mal Al-Qaida für eine breite Öffentlichkeit von innen heraus erklärt; wer wissen will, was "die Regel" (so eine Bedeutung des arabischen Wortes Al-Qaida) antreibt und wie sie den Kampf gegen uns im Westen ebenso wie den Kampf "im Herzen des Islam" gewinnen will, muss dieses Buch lesen. (Quelle: Verlag)